SBTi FLAG was ist das?

Verpflichtungen SBTI flag
Im Rahmen des anhaltenden Kampfes gegen den Klimawandel haben Industrien und Organisationen auf der ganzen Welt erkannt, wie wichtig es ist, sich wissenschaftliche Ziele zu setzen, um ihren CO2-Fußabdruck zu verringern. Als sich diese Bemühungen weiterentwickelten, wurde der SBTi FLAG als wichtiges Instrument zur Steigerung von Offenheit und Verantwortlichkeit erkannt.

Im Rahmen des kontinuierlichen Kampfes gegen den Klimawandel haben Unternehmen und Organisationen weltweit erkannt, wie wichtig es ist, wissenschaftlich fundierte Ziele zur Verringerung ihres CO₂-Fußabdrucks festzulegen.

Da der Sektor Landwirtschaft, Forstwirtschaft und sonstige Landnutzung (AFOLU) fast ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmacht, kommt ihm eine entscheidende Rolle zu. Im Zuge der zunehmenden Bemühungen in diesem Bereich hat sich die SBTi FLAG als unverzichtbares Instrument etabliert, um die Dekarbonisierung dieses Sektors zu steuern und die Verantwortung der Unternehmen zu stärken.

Was ist die SBTi-Initiative?

Die SBTi-Initiative (Science Based Targets Initiative) wurde von einer Partnerschaft ins Leben gerufen, an der das CDP, der Global Compact der Vereinten Nationen, das World Resources Institute (WRI) und der World Wide Fund for Nature (WWF) beteiligt sind.

Sein Hauptziel besteht darin, Unternehmen dabei zu helfen, zu verstehen, um wie viel sie ihre Emissionen reduzieren müssen und wie schnell dies geschehen muss, um den neuesten Erkenntnissen der Klimawissenschaft gerecht zu werden. Ziel ist es, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, wobei ein Zielwert von 1,5 °C angestrebt wird und bis 2050 CO₂-Neutralität erreicht werden soll.

Was bedeutet „FLAG“?

Das Akronym FLAG steht für „Forest, Land and Agriculture“ (Wälder, Land und Landwirtschaft).
Dies ist die vom SBTi verwendete Bezeichnung für den Landsektor, der sich dadurch auszeichnet, dass er sowohl eine bedeutende Emissionsquelle als auch eine für den Klimaschutz unverzichtbare Kohlenstoffsenke darstellt.

Der SBTi-FLAG-Standard bietet einen strukturierten Ansatz, um sicherzustellen, dass Unternehmen die Gesamtklimawirkung ihrer Aktivitäten bewerten.

Dieser Rahmen regelt sehr genau die Bilanzierung von drei unterschiedlichen Posten:

  1. Landnutzungsänderung (LUC – Land Use Change): Historische und aktuelle Emissionen, die beispielsweise durch Entwaldung oder die Umwandlung von Mooren entstehen.
  2. Landbewirtschaftung (ohne LUC): Emissionen im Zusammenhang mit alltäglichen landwirtschaftlichen Praktiken (enterische Fermentation bei Wiederkäuern, Güllewirtschaft, Einsatz von Kunstdünger, Kraftstoffverbrauch von Maschinen).
  3. Kohlenstoffbindung (Removals): Dies ist die große Neuerung dieses Standards. Der FLAG-Standard ermöglicht und regelt die Bilanzierung von Kohlenstoff, der in Böden, Wäldern und mithilfe von Technologien wie Biokohle gebunden wird.

Für wen ist die SBTi-FLAG-Methodik relevant?

Der SBTi-FLAG-Ansatz ist für zwei Gruppen von Interessengruppen verbindlich:

  • Unternehmen in flächenintensiven Wirtschaftszweigen: Dazu gehören die landwirtschaftliche und tierische Lebensmittelproduktion, die Lebensmittel- und Getränkeverarbeitung, der Lebensmitteleinzelhandel, forstwirtschaftliche Erzeugnisse und Papierprodukte sowie Tabak.
  • Andere Unternehmen, die einen bestimmten Schwellenwert überschreiten: Jedes Unternehmen, das in einem anderen Sektor tätig ist, dessen Emissionen aus den Bereichen Wald, Land und Landwirtschaft jedoch 20 % oder mehr seiner Gesamtemissionen der Scopes 1, 2 und 3 ausmachen, muss ein FLAG-Ziel festlegen.

Wie legt man diese Ziele fest? (Die beiden Ansätze)

Unternehmen können mithilfe der SBTi-FLAG-Methodik einen Dekarbonisierungsplan erstellen, wobei sie je nach ihrem Profil zwischen zwei Ansätzen wählen können:

  • Der „Rohstoff“-Ansatz (Commodity Pathways): Die SBTi hat spezifische Reduktionspfade für elf Rohstoffe mit hoher Umweltbelastung definiert (Rindfleisch, Milchprodukte, Schweinefleisch, Geflügel, Holz und Holzfasern, Reis, Soja, Palmöl, Mais und Weizen).
  • Der „Sektor“-Ansatz (Sector Pathway): Für Unternehmen, deren Beschaffungsprofil sehr vielfältig ist oder die nicht unter die 11 wichtigsten Rohstoffe fallen, bietet dieser Ansatz einen umfassenden Dekarbonisierungsfahrplan für den gesamten AFOLU-Sektor.

Das unverzichtbare Bekenntnis: Null Abholzung

Eine unabdingbare Voraussetzung des SBTi-FLAG-Standards ist die Bekämpfung der Entwaldung. Um ihre Ziele validieren zu lassen, müssen sich die Unternehmen zwingend öffentlich zu „Null Entwaldung“ (No-Deforestation Commitment) verpflichten, wobei die Frist hierfür nicht über das Jahr 2025 hinausgehen darf.

Von der Theorie zur Praxis: Die Herausforderung der Primärdaten

Die Umsetzung der SBTi-FLAG-Ziele stellt Unternehmen vor eine gewaltige Herausforderung, insbesondere im Hinblick auf ihren Scope 3 die indirekten Emissionen ihrer Lieferkette).
Um Emissionsminderungen genau zu bewerten oder die Kohlenstoffbindung in den Böden ihrer Partnerlandwirte geltend zu machen, reicht die Verwendung generischer Emissionsfaktoren (nationaler Durchschnittswerte) nicht mehr aus.

Unternehmen müssen sich künftig auf digitale MRV-Lösungen (Messung, Berichterstattung, Überprüfung) stützen – wie beispielsweise Plattformen wie MyEasyCarbon oder MyEasySpheres , die in der Lage sind, zuverlässige, rückverfolgbare und überprüfbare Primärdaten direkt vor Ort zu erfassen (Parzellendaten, Satellitenfernerkundung, Landmaschinen).

Nur so kann eine echte regenerative Landwirtschaft weltweit zertifiziert und aufgewertet werden.

Weitere Informationen über SBTi FLAG finden Sie auf der Website von sciencebasedtarget.org.

Renaud – Rundes Bild

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